Künstliche Intelligenz (KI) – die Schlüsseltechnologie der Zukunf

Das Potenzial von KI und den dadurch entstehenden Geschäftsmodellen wird noch nicht voll ausgeschöpft. Die IV-Task Force Digitalisierung und Künstliche Intelligenz hat sich damit beschäftigt, wie Österreich zu den Besten aufschließen kann. 

Mikro- und Nanoelektronik, Photonik oder fortschrittliche Fertigungstechnologien sind nur einige Beispiele für Schlüsseltechnologien. Dabei geht es nicht nur um deren Anwendung und Entwicklung. Vielmehr muss auch im Fokus stehen, wie die zukünftige Technologieführerschaft und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Europas abgesichert werden kann.

In Österreich setzen Großunternehmen, aber auch einige Hidden Champions, auf zuverlässige und robuste KI-Lösungen. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Potenzial von KI und neuen Geschäftsmodellen noch nicht ausgeschöpft wird. Nur sechs Prozent aller heimischen Unternehmen nutzen Big Data – europäische Spitzenreiter, wie die Niederlande, kommen auf dreimal so hohe Werte.

Aufholbedarf bei Big Data

Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits fehlt es noch an breitem Wissen über Möglichkeiten und Potenziale. Andererseits haftet der KI-Technologie oftmals ein negatives Image an. Bekannt ist etwa die jahrhundertealte Sorge, fortschrittliche Technologien würden Arbeitsplätze vernichten. Bisher war das Gegenteil der Fall. Konkreter Aufholbedarf besteht etwa bei der Verfügbarkeit von hochwertigen Datensätzen für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle im Bereich der Cloudnutzung – nur 38 Prozent der heimischen Industrieunternehmen nutzen Big Data, schwedische und finnische Unternehmen kommen auf über 70 Prozent.

Bis zum Jahr 2030 am Standort mehr als 100 Unternehmen als KI-Weltmarktführer etablieren und Österreich als international anerkannten KI-Forschungshotspot weiterentwickeln: Dieses Ziel formuliert der IV-Aktionsplan „DIGITAL.ERFOLGREICH. INDUSTRIE. Transformation zum digitalen Österreich 2030+“. Um das zu erreichen, ist ein Schulterschluss zwischen Politik und Unternehmen nötig.

Rechtliche Klarheit notwendig

So muss der Staat etwa rechtliche Klarheit bei der Anwendung von KI-Lösungen schaffen – konkret bei Datenschutz, geistigem Eigentum oder der Haftung bei Schäden. Ein positiver erster Ansatz ist der kürzlich präsentierte KI-Rechtsrahmen der Europäischen Kommission. Bis zu dessen Geltung werden aber noch Jahre vergehen. Darüber hinaus sollten unter anderem zur Stärkung des Wissenstransfers KI-Förderprogramme forciert, kollaborative Projekte und Stiftungsprofessuren realisiert werden.

#INDUSTRIE-FACT: Der Anteil Europas an der Marktkapitalisierung der größten 70 Tech-Unternehmen beträgt heute 4 Prozent, jener der USA 73 Prozent und jener Chinas 18 Prozent laut der internationalen Wochenzeitung „economist“.

Neben der Politik sind auch die Unternehmen gefordert: Sie sollten ihre Expertise im Bereich Daten, KI und neue Geschäftsmodelle ausbauen sowie eigene KI-Strategien entwickeln und umsetzen. Zudem sollten unternehmensübergreifende KI-Communities gebildet werden. Das könnte den Wissensaustausch zwischen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette sowie mit der Wissenschaft fördern.

Die Vorreiterrolle im Bereich der Schlüsseltechnologien entscheidet über den Weg von Österreichs und Europas Industrie in eine erfolgreiche Zukunft. Dafür ist rasches Handeln erforderlich, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Verwandte Themen