Konjunkturumfrage

Konjunkturmotor brummt

Industriekonjunktur - das zarte Pflänzchen Aufschwung muss gepflegt werden. Auftragslage zufriedenstellend, moderater Beschäftigungsaufbau, hoher Preisdruck. Daher keine weiteren Belastungen, flexiblere Arbeitszeiten, weniger Bürokratie!

 

Eisenstadt: Die aktuelle Konjunkturumfrage der IV Burgenland und der Sparte Industrie der WK Burgenland zeigt die heimische Industriekonjunktur im Aufschwung.

Vor allem im Vergleich zur Entwicklung der letzten beiden Quartale im Vorjahr kann man durchaus von einer besseren Entwicklung sprechen.

Die Stimmung in der burgenländischen Industrie ist gut und die Auftragslage derzeit recht zufriedenstellend. Auch ist ein moderater  Beschäftigungsaufbau zeichnet sich ab.

Allerdings scheinen sich die Verkaufspreise nicht so wie man sich das wünscht zu entwickeln. "Der globale Preisdruck führt zu einer geringeren Gewinnspanne und somit zu weniger Investitionen. Das wirkt sich negativ auf die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen aus", analysiert Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der IV Burgenland, die aktuelle Konjunkturumfrage. Hoffnung gibt das kürzlich beschlossene Arbeitsprogramm der Bundesregierung. Ausgehend davon werden positive Impulse auch auf die Industrie erwartet.

Wie konstant dieser leicht positive Trend sein wird, hängt auf Grund der starken Exportorientierung der burgenländischen Industrie auch von internationalen Rahmenbedingungen und externen Faktoren ab.

Die Resultate des aktuellen Konjunkturbarometers weisen eine tendenzielle Verbesserung auf. Ob diese Erholung gegenüber den zurückliegenden Quartalen tatsächlich einen Aufschwung bringen wird, bleibt noch abzuwarten.

"Es wäre höchst an der Zeit, das zarte Pflänzchen der Konjunkturerholung zu hegen und zu pflegen und Impulse zu geben", so Ingrid Puschautz-Meidl.

Die nunmehr am Tisch liegenden Ergebnisse der Weiterentwicklung des bisherigen Regierungsprogramms werden von der burgenländischen Industrie in vielen Punkten positiv bewertet. Besonders begrüßt wird die angekündigte Entlastung der Lohnnebenkosten, die vorzeitige Abschreibung in Höhe von 30 Prozent für Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten, sowie die Erhöhung der Forschungsprämie auf 14 Prozent, die Investitionsförderung, die Abschaffung der kalten Progression zumindest für die ersten beiden Tarifstufen und die Eindämmung der Regelungsflut . "Dies ist ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort und forschungsaktive Unternehmen", so Puschautz-Meidl.

Enorm wichtig wären aus der Sicht der burgenländischen Industrie rasche Ergebnisse und Lösungen bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit.

 

 

Die Konjunkturumfrage des vierten Quartals 2016 im Detail:

Die derzeitige Geschäftslage wird wesentlich besser eingeschätzt; von 44 Prozent (26) wird sie als steigend beurteilt. 46 Prozent (73) der befragten Unternehmungen bewerten sie als gleichbleibend und 10 Prozent (1) als fallend.

Auch der Auftragsbestand zeigt eine Wende zum Besseren. Dieser wird von  57 Prozent (37) als steigend beurteilt, 35 Prozent (62) der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Auftragsbestand aus und 8 Prozent (1) erwarten fallende Aufträge.

Besonders positiv an den aktuellen Umfragewerten ist, dass die Entwicklung der Auslandsaufträge wieder ein gutes Niveau erreicht. 40 Prozent (25) gehen von steigenden Auslandsaufträgen aus,  49 Prozent (65) von gleichbleibenden und 11 Prozent (10) von fallenden.

Der einzige Umfragewert mit einer schlechteren Einschätzung als in den Vorquartalen ist der Verkaufspreis in 3 Monaten. Hier zeigt sich tendenziell ein eher unerfreuliches Bild. Keiner der befragten Betriebe (0 Prozent gegenüber 1 Prozent im Vorquartal) rechnet mit steigenden Preisen. 81 Prozent (90) gehen von gleichbleibenden Preisen aus. 19 Prozent (9) der befragten Unternehmen rechnet mit fallenden Verkaufspreisen.

Erfreulich ist auch die Beurteilung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten! Die Analyse der Umfrage zeigt auch in diesem Punkt eine etwas zuversichtlichere Sicht der Betriebe als im letzten Quartal. 16 Prozent (12) der befragten Betriebe geht davon aus, dass in drei Monaten mehr Arbeitnehmer beschäftigt werden. 78 Prozent (64) geht von einer konstanten Mitarbeiterzahl aus. Und lediglich 6 Prozent (4) der Betriebe rechnet mit einem geringeren Beschäftigtenstand. 

Relativ stabil wird die Geschäftslage in sechs Monaten gesehen. 12 Prozent (9) rechnen mit einer Steigerung. Die große Mehrheit 86 Prozent (88) ist der Meinung, dass die Geschäftslage gleich bleiben wird. 2 Prozent (3) rechnen mit einem leichten Minus.

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 3. Quartals 2016.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IV Burgenland zeigt das Stimmungsbild der burgenländischen Industrie im letzten Quartal 2016 und gibt einen Ausblick auf die Erwartungen der Betriebe bis Mitte des Jahres 2017.

An der Konjunkturumfrage nahmen 30 burgenländische Industrieunternehmen mit 5.146 Mitarbeitern teil.

 

Konjunkturumfrage 4. Quartal 2016