Industrie im Burgenland blickt zuversichtlich in die Zukunft

Noch etwas besser als im Vorquartal sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Burgenland. Moderne Arbeitszeitregelungen bleiben Gebot der Stunde, um Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

"Es läuft gut in der burgenländischen Industrie", freut sich IV Burgenland Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl über die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IV Burgenland. Diese sind stabiler und erfreulicher als in der Vergangenheit, der Ausblick bleibt überwiegend optimistisch. Keines der befragten Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten. Die Umfrage zeigt auch eine stabile Einschätzung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten. 92 Prozent gehen hier von einem gleichbleibenden Stand aus.
Vor allem zeigt sich wieder, wie wichtig die Exportorientierung der burgenländischen Industriebetriebe ist.

In fast allen abgefragten Indikatoren der aktuellen Konjunkturumfrage liegen die Werte über denen des Vorquartals. Seit Jahren wurde die konjunkturelle Situation nicht so gut eingeschätzt. Es geht also wieder bergauf in der burgenländischen, wie in der gesamtösterreichischen Industrie. Dieses Ergebnis lässt trotz einiger Unsicherheiten eine  positive Entwicklung im weiteren Jahresverlauf erwarten. Darauf deuten auch alle Prognosen der Wirtschaftsforscher hin.

Die Ursachen für diese positive Entwicklung sind vielfältig. Auf der einen Seite wird der Aufschwung in der burgenländischen Industrie vor allem von der Exportwirtschaft getragen, auf der anderen Seite gibt es eine positivere Stimmung in der Gesamtwirtschaft, aber auch bei den Investitionen und im Konsum.
Die weltweite Wirtschaftsentwicklung hat im ersten Halbjahr 2017 an Schwung gewonnen und die Prognosen gehen von einem weiteren Wachstum aus.

Damit diese positive Grundstimmung erhalten bleibt, braucht die Industrie und die gesamte Wirtschaft in den anstehenden Wahlkampfzeiten und vor allem danach mutigere Entscheidungen, auch um die internationale Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandorts  Österreich zu verbessern.
"Flexiblere Arbeitszeitregelungen bleiben oberste Priorität für die burgenländische Industrie", appelliert Puschautz-Meidl an den Gesetzgeber, hier endlich für eine zeitgemäße Regelung zu sorgen.

Auch die im internationalen Vergleich hohen Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten belasten die Betriebe außerordentlich und beeinträchtigen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die überbordende Bürokratie stellt große Hürden für ein erfolgreiches Unternehmertum dar.

Dies bestätigt auch eine GfK - Umfrage vom Mai dieses Jahres zum Image des Industrie. Hier gibt es im Burgenland die höchste Zustimmung, dass die Industrie der Motor der Gesamtwirtschaft ist und dass flexible Arbeitszeiten den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern nützen und Arbeitsplätze sichern.

 

Die Konjunkturumfrage des zweiten Quartals 2017 im Detail:

 

Die derzeitige Geschäftslage wird noch besser als im Vorquartal eingeschätzt; von 56 Prozent (44) wird sie als steigend beurteilt. 43 Prozent (55) der befragten Unternehmungen bewerten sie als gleichbleibend und wieder nur 1 Prozent (1) als fallend.

Der Auftragsbestand wird  optimistischer eingeschätzt als im letzten Quartal. 68 Prozent (45) beurteilen ihn als steigend, 31 Prozent (54) der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Auftragsbestand aus und lediglich 1 Prozent (1) erwartet fallende Aufträge.

Etwas getrübt hat sich die Einschätzung der Entwicklung der Auslandsaufträge. 37 Prozent (43) gehen von steigenden Auslandsaufträgen aus, 57 Prozent (57) von gleichbleibenden und 6 Prozent (0) erwarten fallende Auslandsaufträge.

Bei den Verkaufspreisen in 3 Monate zeigt sich tendenziell ein konstantes Bild. 99 Prozent (86) gehen von gleichbleibenden Preisen aus. Nur 1 Prozent (10) der befragten Unternehmen erwartet fallende Verkaufspreise.

Eher zurückhaltend ist die Beurteilung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten. Die Analyse der Umfrage zeigt auch in diesem Bereich eine stabile Einschätzung bei den Betrieben gegeben ist. 7 Prozent (14) der befragten Betriebe geht davon aus, dass in drei Monaten mehr Arbeitnehmer beschäftigt werden. 92 Prozent (85) geht von einer konstanten Mitarbeiterzahl aus. Und nur 1 Prozent (1) der Betriebe rechnet mit einem geringeren Beschäftigtenstand. 

Besonders optimistisch wird die Geschäftslage in sechs Monaten gesehen. 36 Prozent (29) rechnen mit einer steigenden Tendenz. 64 Prozent (69) sind der Meinung, dass die Geschäftslage gleich bleiben wird. Keiner der Betriebe (2) rechnet mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in sechs Monaten.

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 1. Quartals 2017.

Befragt wurden 28 Betriebe mit 4872 Mitarbeitern im Zeitraum vom 09.06.2017 – 03.07.2017

 

Konjunkturumfrage 2. Quartal 2017 (614,1 KB)  Die Konjunkturumfrage 2. Quartal 2017 im Detail

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