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11.01.2022

Pressezusammenfassung, 11.01.2022
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IV in den Medien

Knill: Industrie für 2022 zuversichtlich – horrende Energiepreise ein definitiver Standortnachteil

IV vor Blackout-„Krisengipfel“: Bestmögliche Vorbereitung auf den Ernstfall

Knill/Bernkopf: Positiver Ausblick auf 2022 trotz Herausforderungen bei Lieferketten

IV-OÖ: Klimaschutz darf nicht zu Lasten des Wohlstandes der Menschen gehen

Salzer: „Exporthandel nicht von einzelnen Märkten abhängig machen“

Gerger: „Energiewende in der Industrie hat längst begonnen“

Swarovski: „Weitere Belastungen für die Produktion vermeiden“ 

Ohneberg: Homeoffice als Ergänzung – Flexibilität muss gewährleistet bleiben

IV-Steiermark: Auftragsbücher noch gut gefüllt, 2022 birgt viele Unsicherheiten

IV-OÖ: Anpassungsbedarf bei Fachhochschulen

IV-Löwy: Ausgewogenes Verhältnis zu China und USA von hoher Bedeutung

IV-Löwy: Russisch-ukrainischer Konflikt bremst wirtschaftliches Potenzial

IV-Helmenstein: Euro sorgte für Preisstabilität

Salzburger Industrie durch erhöhte Krankenstände gefordert

Allgemein

Forschungsprämie auch 2021 bei Unternehmen stark nachgefragt

Wifo: Eingetrübte Stimmung unter heimischen Unternehmen im Dezember 

Corona-Hilfen: Ausfallbonus III kann beantragt werden

Produktionsindizes im November deutlich über Vorjahresmonat

„Sicherheitsphase“ an Schulen bis Ende Februar

Arbeitslosenquote im Euroraum auf tiefstem Stand seit März 2020

IV-Mitglieder in den Medien

Knill-Gruppe kauft Unternehmen im Bahnbereich zu

Boschan und Scheuch für Verbesserungen für den Kapitalmarkt

Rondo Ganahl legte 2021 kräftig zu

Vorarlbergs Infrastruktur sieht sich für Omikron gerüstet

ÖBB: 287 Mio. Euro für Bahnausbau in Oberösterreich

Karl Haider neuer CEO der Semperit AG

IV in den Medien

Knill: Industrie für 2022 zuversichtlich – horrende Energiepreise ein definitiver Standortnachteil

IV-Präsident Georg Knill erwartet auch heuer wieder ein gutes Jahr für Österreichs Industrie, gekoppelt an ein starkes globales Wirtschaftswachstum, das im Vorjahr über sechs Prozent betrug. Die internationale Positionierung Österreichs sei gut, ebenso die Auftragslage der Unternehmen. Im Hinblick auf die neue Omikron-Variante sieht Knill die Industrie gerüstet. Man habe in den vergangenen 20 Monaten bewiesen, dass die Industrie Pandemie „kann“ und die Betriebe die Gesundheit der Beschäftigten schützen würde. „Wir gehen davon aus, dass wir weiter produzieren und somit das Land am Laufen halten können“. Der Brexit habe kaum Einbußen bei den Unternehmen verursacht und die Exporte, vor allem bei Maschinen und Fahrzeugen, haben sich wieder normalisiert. Allerdings seien die Unternehmen mit aufwändigen Zollbestimmungen und Abfertigungen konfrontiert. Material- und Rohstoffengpässe sowie Lieferschwierigkeiten und der Fachkräftemangel bereiten derzeit mehr Sorgen, so Knill. Als größtes Problem sieht er die Energiekosten: „Die horrenden Energiepreise bei Strom und Gas sind ein definitiver Standortnachteil.“ Noch spüre die Industrie keine negativen Folgen auf den wichtigsten Märkten, die sich weiterhin auf Europa, die USA und China konzentrieren. Grundsätzlich international gefragt bleiben Maschinen, Fahrzeuge, Elektrotechnik, Infrastruktur, Pharma sowie Waren und Dienstleistungen für mehr Klimaschutz, so Knill. (5.1. Ö1-„Mittagsjournal, Ö1-„Journal um fünf“, Ö1-„Abendjournal“)

IV vor Blackout-„Krisengipfel“: Bestmögliche Vorbereitung auf den Ernstfall

Die anrollende Corona-Wand Omikron, aber auch die derzeitige Versorgungslage stellen unser Energiesystem vor eine Herausforderung und unsere Stromnetze auf eine nicht zu unterschätzende Belastungsprobe. Diesbezüglich findet heute ein Blackout-„Krisengipfel“ statt. Auf diese von Tag zu Tag angespanntere Situation reagieren Industriellenvereinigung und Bundesheer gezielt. Allerdings mit kühlem Kopf, wie IV-Vize-Generalsekretär und Organisator Peter Koren betont: „Ziel ist nicht die Verbreitung von Hysterie, sondern die bestmögliche Vorbereitung auf einen nicht auszuschließenden Ernstfall. Hierzu soll unser gemeinsamer Gipfel einen Beitrag leisten.“ Laut IV-Präsident Georg Knill dient diese nunmehr abgestimmte Vorbereitung auf den Ernstfall zur Vermeidung eines Blackout-Ereignisses, aber auch zur Begrenzung von dessen Auswirkungen und Engpässen. (Krone S. 14)

Knill/Bernkopf: Positiver Ausblick auf 2022 trotz Herausforderungen bei Lieferketten

In einem gemeinsamen Interview blicken IV-Präsident Georg Knill und Helmut Bernkopf, Vorstand der Oesterreichischen Kontrollbank, optimistisch auf das Jahr 2022. „Österreichs Industrie ist gut aufgestellt und nimmt daher am internationalen Aufschwung stark teil", so Knill. Die Pandemie habe die Produktion nicht wesentlich eingeschränkt, das Vorkrisenniveau sei bereits überschritten und die Auftragsbücher voll. Laut Bernkopf sind seit dem Frühjahr die Investitionen und das Wachstum angesprungen. Er rechnet mit einer Steigerung des Exportwachstums um fünf Prozent für 2022. Herausfordernd seien aber vor allem die Lieferengpässe, die auf das starke Wirtschaftswachstum und die damit einhergehend überdurchschnittlich hohe Nachfrage zurückzuführen seien. Eine Normalisierung der Nachfrage und der Aufbau neuer Kapazitäten dürften die Lieferprobleme lösen, erwartet Knill. Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus den hohen Energiepreisen sowie dem Fachkräftemangel. Zentrales Thema in den kommenden Jahren werde vor allem die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft sein. Der IV-Präsident sieht die Schwierigkeiten in der Verwaltung bei Genehmigungsverfahren: „Wenn wir da nicht massiv an Tempo zulegen, werden wir die Ziele nicht schaffen." (6.1. TT S. 33; 5.1. SN S. 15)

IV-OÖ: Klimaschutz darf nicht zu Lasten des Wohlstandes der Menschen gehen

„Klimapolitik ist immer auch Wirtschafts- und Industriepolitik“, sagt IV-OÖ-Präsident Axel Greiner. Die Lösung könne daher nur in Innovation und Forschung liegen und keinesfalls in Verbotspolitik. „Mit Technologiefeindlichkeit und planwirtschaftlichen Maßnahmen wird es nicht funktionieren“, so Greiner. Die oberösterreichischen Industriebetriebe seien jedenfalls gut gerüstet und werden Teil der Lösung sein, ist der IV-OÖ-Präsident überzeugt. Aus Sicht von IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch müsse man sich auch der Größe der Herausforderungen bewusst sein: „Im Jahr 2050 wird die Welt zwei Milliarden Menschen mehr haben. Die Weltwirtschaft wird etwa doppelt so groß sein wie heute und für all das müssen wir zehn Prozent weniger Energie benötigen als aktuell. Und diese Energie muss natürlich grün sein.“ Dies könne nur mit technischen Innovationen gelingen, „weil sonst geht das zu Lasten des Wohlstands der Menschen“. (30.12. OÖ. Volksblatt/Beilage S. 18-19)

Salzer: „Exporthandel nicht von einzelnen Märkten abhängig machen“

Niederösterreich hat im ersten Halbjahr 2021 Waren im Wert von 11,8 Mrd. Euro exportiert, fast um ein Fünftel mehr als im ersten Halbjahr 2020. Damit konnte auch das Vorkrisenniveau leicht übertroffen werden. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Industrie. „Niederösterreichs Industrieunternehmen sind deswegen so erfolgreich, weil sie für den Weltmarkt produzieren. Die Corona-Pandemie entwickelt sich global teilweise unterschiedlich – und das wirkt sich natürlich auch auf die exportorientierten Unternehmen aus“, betonte IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer. Aufgrund der Lieferengpässe bei Roh- und Baustoffen und der hohen Gas- und Strompreise sei es jetzt umso wichtiger, beim Exporthandel nicht von einzelnen Märkten abhängig zu sein. (4.1. Österreich/“NÖ Aktuell“ S. 14; 3.1. noe.orf.at)

Gerger: „Energiewende in der Industrie hat längst begonnen“

„Unsere Betriebe sind schon seit Langem bemüht, die CO2-Belastung und den Energieverbrauch zu senken“, erklärt IV-Burgenland-Präsident Manfred Gerger. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren die Schwerpunkte u.a. in der Optimierung der Produktion, der Errichtung von Fotovoltaikanlagen, der Logistik und im Fuhrpark und in der Verringerung des CO2-Fußabdrucks bei Rohstoffen und Vorprodukten gesetzt wurden. In den nächsten drei Jahren planen die Industriebetriebe vor allem den Bau von Fotovoltaikanlagen, weitere Verbesserungen in der Produktion und Investitionen in Fuhrparks. Die Kosten der Klimaneutralität bis 2040 werden in Österreich auf vier Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Um die geforderten Maßnahmen finanzieren zu können, soll ein ausreichend dotierter „Industrie-Dekarbonisierungs-Fonds“ eingerichtet werden, so Gerger. Herausfordernd werde jedenfalls 2022, meint er im Ausblick: „Im Vordergrund steht die Aufrechterhaltung der Produktionstätigkeit und die damit verbundene Sicherstellung der Beschäftigung in den Unternehmen.“ (30.12. Krone/Burgenland S. 24, BVZ S. 13)

Swarovski: „Weitere Belastungen für die Produktion vermeiden“ 

Die weltweite Erholung der Wirtschaft nach dem ersten Corona-Jahr 2020 habe heuer in der Industrie großteils wieder zu zufriedenstellenden Auftragseingängen und stärkeren Umsätzen geführt. Die höhere Nachfrage habe aber zu Verknappung und Engpässen bei zahlreichen Gütern sowie zu Preissteigerungen bei Rohmaterialien und Halbfabrikaten geführt, ohne dass die Industrie dann diese höheren Kosten habe weitergeben können, sagt IV-Tirol-Präsident Christoph Swarovski. Corona-Sperren oder die Blockade im Suezkanal hätten gezeigt, wie anfällig die globalen Lieferketten für Störungen sind. An die Politik appelliert der IV-Tirol-Präsident bei den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auch an die Industrie zu denken und weitere Belastungen für die Produktion zu vermeiden. (3.1. tirol.orf.at, Radio Tirol; 31.12. Krone S. 26, TT S. 23, krone.at)

Ohneberg: Homeoffice als Ergänzung – Flexibilität muss gewährleistet bleiben

Das Thema Homeoffice hat durch die Corona-Pandemie stark an Bedeutung zugenommen. IV-Vorarlberg-Präsident Martin Ohneberg betont dazu: „Natürlich spielt die Anwesenheit am Arbeitsplatz in einem Industriebetrieb eine größere Rolle. Aber auch wir passen uns an und sind konkurrenzfähig.“ Generell sieht er Homeoffice als Ergänzung, „weil es nie die physische Präsenz zur Gänze ersetzen kann“. Flexibilität müsse gewährleistet bleiben. Die Absprache zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sei entscheidend. Zur Personalknappheit in Vorarlberg hält Ohneberg fest: „Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, auch aufgrund der demografischen Entwicklung. Wir müssen so viele Menschen wie möglich in Arbeit bringen. Wir sind daher auch dafür, Menschen, die unter Beeinträchtigungen leiden, voll zu unterstützen und sie, wenn es irgendwie geht, ins Arbeitsleben zu integrieren.“ Denn, so Ohneberg: Arbeit ist am Ende des Tages auch Erfüllung. (10.1. VN A3; 2.1. NVT S. 28-29)

IV-Steiermark: Auftragsbücher noch gut gefüllt, 2022 birgt viele Unsicherheiten

„Der wirtschaftliche Aufschwung des Jahres 2021 war zu einem Gutteil getragen von der Industrie“, berichtet IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger. Das könnte sich heuer fortsetzen, ein Wachstum von vier Prozent sei möglich. Doch es gebe einige Herausforderungen, darunter das Corona-Virus, das global Produktionen gefährdet. „Es kann auch in der Steiermark immer wieder zu Lieferengpässen kommen, die im schlimmsten Fall zu Produktionsstillständen führen“, sagt Pagger. Besonders große Sorgen bereiten derzeit aber die explodierenden Energiepreise: „Sie sind eine Gefahr für die Industrie. Die Rückmeldungen aus den Unternehmen sind alarmierend.“ Seit Längerem eine große Herausforderung ist in der Steiermark zudem der Mangel an Fachkräften. Ob der aktuell gute Auftragsstand in den Betrieben gehalten werden könne, werde auch davon abhängen, wie lange die internationalen Reisebeschränkungen noch gelten. Die exportorientierte steirische Industrie sei laut Pagger darauf angewiesen, vor Ort mit Kunden sprechen und verhandeln zu können. (10.1. Krone/Steiermark S. 14-15)

IV-OÖ: Anpassungsbedarf bei Fachhochschulen

IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch sieht eine „Schieflage“, wenn es um die österreichweite Zuteilung der Studienplätze in den Fachhochschulen geht. So zeigt sich im Fachhochschulsektor eine ausgeprägte Wien/Niederösterreich-Lastigkeit. Die beiden Bundesländer in Ostösterreich hielten zusammen etwa die Hälfte aller 59.000 Studienplätze (Wintersemester 2020). Das Land ob der Enns habe jedoch nur einen Anteil von 12,5 Prozent, so Haindl-Grutsch. „Es ist notwendig, stärker auf die Nachfrage aus der Wirtschaft und auf Standortanforderungen einzugehen“. Bedarf habe Oberösterreich vor allem bei Technik-relevanten FH-Studienplätzen. (5.1. OÖN S. 13, Volksblatt S. 17)

IV-Löwy: Ausgewogenes Verhältnis zu China und USA von hoher Bedeutung

Unabhängig von der Corona-Krise wird die Welt wirtschaftlich gesehen weiterhin vom konfrontativer werdenden Verhältnis von China und den USA geprägt werden. „Für Europa und Österreich ist ein ausgewogenes Verhältnis zu beiden Ländern von hoher Bedeutung“, hielt Michael Löwy, bei der IV für Internationale Beziehungen zuständig, fest. Zwar seien Europa und die USA die am engsten verwobenen Wirtschaftsräume, „aber natürlich ist die europäische und österreichische Wirtschaft mittlerweile auch mit China verwoben“, so Löwy. Für einen faireren Wettbewerb könne „trotz aller politischen Sorgen und Herausforderungen mit China“ ein von Brüssel und Peking fertig ausverhandeltes Investitionsabkommen sorgen, das Menschenrechts-, Demokratie- und Umweltaspekte nicht ausspare. So könne es gelingen, dass sich China mehr für Handel und Investitionen öffnet. China lag unter den Investoren in Österreich zuletzt mit 12,6 Mrd. Euro auf Platz drei, gefolgt von den USA mit 11,6 Mrd. Euro. Für Österreich jedenfalls werde es laut Löwy weiterhin wichtig sein, möglichst ohne Hindernisse weltweit fairen Handel betreiben zu können. (30.12. APA, sn.at)

IV-Löwy: Russisch-ukrainischer Konflikt bremst wirtschaftliches Potenzial

Mit dem russisch-ukrainischen Konflikt haben Österreich und die EU einen Krisenherd direkt vor der Haustüre. Die Verflechtung der heimischen Ökonomie ist sowohl mit der russischen als auch mit der ukrainischen stark. Aber schon allein wegen der Marktgröße Russlands ist sie zwischen Wien und Moskau stärker als zwischen Wien und Kiew, so Michael Löwy, IV-Bereichsleiter für Internationale Beziehungen. „Eine politisch stabile Situation zwischen den beiden Ländern ist für unsere wirtschaftlichen Tätigkeiten und Investitionen bedeutend“, betonte Löwy. „Beide Staaten sind wichtige wirtschaftliche Partner für Österreich, beides sind große Märkte. Mögliche Wachstumsraten sind sehr interessant wegen der hohen Einwohnerzahlen Russlands und der Ukraine." Der Konflikt der beiden Staaten könne sich negativ auf die wirtschaftlichen Beziehungen auswirken. Löwy: „Für uns ist es wichtig, dass das EU-Ukraine-Assoziierungsabkommen wirklich eingehalten wird, der ukrainische Markt offen ist für Handel und Investitionen und dass Rechtssicherheit herrscht.“ (29.12. APA)

IV-Helmenstein: Euro sorgte für Preisstabilität

Die ersten zwanzig Jahre des Euro waren vor allem durch Preisstabilität geprägt. Die EZB definierte das Inflationsziel von nahe unter zwei Prozent und erfüllte es mit Bravour. IV-Chefökonom Christian Helmenstein spricht von einer „Punktlandung“. In Österreich lag die jährliche Inflation seit 2002 im Schnitt bei 1,85 Prozent. Die gemeinsame Währung sorgte für geringere Transaktionskosten und für eine Vergleichbarkeit der Preise über die Landesgrenzen hinweg. „Eine Zäsur für den Euro“ bedeutete die Griechenland-Krise, meint Helmenstein. Seither verfolge die EZB nämlich eine Weichwährungspolitik, die er mit „wachsender Sorge“ beobachte. Kurzfristig mag ein schwacher Euro der Exportwirtschaft zwar nutzen, aber „langfristig haben Länder mit einer Hartwährungspolitik immer besser abgeschnitten“, betont Helmenstein und verweist auf die Schweiz. Eine starke Währung erlaube es nämlich nicht, wirtschaftliche Schwächen zu kaschieren. Vielmehr müssten Innovation und Produktivität steigen. „Man wird preismäßig nie mit China oder anderen Billiglohnländern mithalten können. Europas einzige Chance ist höhere Innovation, Produktivität und Qualität“, so der IV-Chefökonom. (30.12. Presse S. 1)

Salzburger Industrie durch erhöhte Krankenstände gefordert

Viele Industriebetriebe in Salzburg sind durch erhöhte Krankenstände im betrieblichen Prozess eingeschränkt. Ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einem Produktionsstillstand. Dies geht aus einer Studie der IV-Salzburg hervor, an der 68 Unternehmen teilgenommen haben. Über 80 Prozent der befragten Betriebe melden temporäre Personalausfälle durch Infektionen oder Quarantäne. Hierbei variieren die Zahlen stark, die Anzahl der fehlenden Mitarbeiter liegt aber in einzelnen Betrieben bei zehn Prozent. (30.12. sn.at)

Allgemein

Forschungsprämie auch 2021 bei Unternehmen stark nachgefragt

Österreichische Unternehmen haben im Vorjahr 1,03 Mrd. Euro an Forschungsprämie beantragt. Von den rund 9.500 Anträgen entfielen 80 Prozent auf kleine und mittlere Unternehmen, beim Fördervolumen liegt deren Anteil nach Angaben des Wirtschaftsministeriums aber nur bei knapp einem Drittel. Unternehmen können für ihre Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) die Forschungsprämie beantragen, die 2018 von zwölf auf 14 Prozent erhöht wurde. Damit können etwa Lohnkosten oder neue Forschungsgeräte bezahlt werden. Abgewickelt wird die Forschungsprämie von den Finanzämtern in Abstimmung mit der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). 2019 waren 758 Mio. Euro an Prämien gezahlt worden, 2020 dann erstmals mehr als eine Mrd. Euro. (10.1. SN S. 13, Volksblatt S. 16, VN D1)

Wifo: Eingetrübte Stimmung unter heimischen Unternehmen im Dezember 

Infolge der vierten COVID-19-Welle hat sich die Stimmungslage in österreichischen Unternehmen im Dezember verschlechtert. Der Konjunkturklimaindex des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) kommt saisonbereinigt auf 12,0 Punkte. Das sind 5,7 Zähler weniger als im November. Ein Wert über Null zeigt aber eine in Summe noch immer positive Einschätzung an. Eine Verschlechterung gab es auch mit Blick auf die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate. Das entsprechende Barometer fiel saisonbereinigt um 4,7 Punkte auf 11,6 Punkte. (TT S. 18)

Corona-Hilfen: Ausfallbonus III kann beantragt werden

Mit 10. Jänner fiel die Möglichkeit zur Beantragung des Corona-Ausfallbonus III für Dezember. Für November wurden insgesamt bereits 20,5 Mio. Euro an Hilfen ausbezahlt, teilte das Finanzministerium mit. Auf die rund 7.500 genehmigten Anträge entfiel ein durchschnittlicher Bonus in Höhe von circa 2.700 Euro. Seit Beginn der Pandemie wurden über 3,5 Mrd. Euro an mehr als 560.000 Antragssteller ausbezahlt. Die durchschnittliche Auszahlungsdauer betrug sieben Tage. Beantragbar ist der Ausfallbonus III, wenn ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Dezember und 40 Prozent in den Monaten Jänner bis März im Vergleich zum identen Monat aus dem Jahr 2019 bzw. für Jänner und Februar aus dem Jahr 2020 vorliegt. Je nach Kostenstruktur der Branche kommt eine Ersatzrate von zehn bis 40 Prozent zum Tragen. (10.1. Alle TZ)

Produktionsindizes im November deutlich über Vorjahresmonat

Der arbeitstägig bereinigte Produktionsindex für den Produzierenden Bereich ist im November 2021 im Jahresvergleich um 7,4 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat Oktober nahm der Produktionsindex saisonal bereinigt um zwei Prozent zu, gab die Statistik Austria bekannt. Der nach Arbeitstagen bereinigte Produktionsindex der Industrie legte im November gegenüber dem Vorjahresmonat demnach um 9,3 Prozent zu. Auffällig ist der Anstieg in der industriellen Hauptgruppe der Energie mit plus 33,6 Prozent im November gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Das spiegelt laut Statistik Austria die hohen Preissteigerungen mit 39,7 Prozent wider. In den weiteren industriellen Hauptgruppen gab es nur bei den Gebrauchsgütern einen Rückgang, überall sonst gab es Steigerungen. (Volksblatt S. 19)

„Sicherheitsphase“ an Schulen bis Ende Februar

Die ursprünglich bis 15. Jänner geplante „Sicherheitsphase“ an den Schulen wird bis 28. Februar verlängert. Das hat das Bildungsministerium in einem Erlass an die Schulen festgehalten. Damit bleibt die Präsenzpflicht ausgesetzt. Darüber hinaus wird unabhängig vom Impfstatus mindestens dreimal pro Woche getestet, im gesamten Schulhaus und auch im Unterricht muss Maske getragen werden (bis Unterstufe Mund-Nasen-Schutz, ab Oberstufe FFP2-Maske). Eltern können ihre Kinder aber weiter ohne ärztliches Attest für den Unterricht entschuldigen. Unverändert bleibt das Vorgehen bei Corona-Fällen: Bei einem einzigen Fall in einer Klasse wird weiter in Präsenz unterrichtet (ohne das positive Kind). Allerdings müssen die übrigen Kinder dann fünf Tage lang täglich getestet werden. Tritt innerhalb von drei Tagen ein weiterer Corona-Fall in dieser Klasse auf, wird für die ganze Klasse Distance Learning angeordnet. (10.1. Alle TZ)

Arbeitslosenquote im Euroraum auf tiefstem Stand seit März 2020

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im November auf den niedrigsten Stand seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als eineinhalb Jahren gefallen. Die um saisonale Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote sank von 7,3 Prozent im Oktober auf 7,2 Prozent, erklärte die Statistikbehörde Eurostat. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im März 2020 mit 7,1 Prozent. Insgesamt waren 11,83 Millionen Menschen arbeitslos registriert – dies waren um 222.000 weniger als im Vormonat und um 1,41 Millionen weniger als vor einem Jahr. Besonders niedrig war die Arbeitslosenquote im November in den Niederlanden mit 2,7 Prozent. Am höchsten ist der Wert in Spanien (14,1 Prozent). In Österreich lag die Arbeitslosenquote laut Eurostat bei 5,3 Prozent. (Volksblatt S. 21, Heute S. 5)

IV-Mitglieder in den Medien

Knill-Gruppe kauft Unternehmen im Bahnbereich zu

Die Knill-Gruppe mit Stammsitz in Weiz hat zum Jahreswechsel zu einer Großakquisition ausgeholt: Von der Pfisterer-Gruppe aus Winterbach bei Stuttgart wurde der Geschäftsbereich „Rail“ erworben. Konkret wurden drei Standorte in Spanien, Italien und Großbritannien mit insgesamt 70 Mitarbeitern übernommen. Pfisterer Rail ist ein führender Hersteller und Anbieter von Oberleitungskomponenten für die globale Bahnindustrie. Die oststeirische Knill-Gruppe ist u. a. auf die Entwicklung und Fertigung von Komponenten für Energie-Freileitungen spezialisiert, „mit dieser Übernahme können wir jetzt auch Armaturen für Fahrleitungen, beispielsweise für Schnellzüge und Straßenbahnen anbieten“, so Eigentümer und Geschäftsführer Christian Knill. Ein Segment, das man bisher nur in Indien bedient habe. „Zusammen mit unseren bestehenden Produkten in der Freileitung ergeben sich dadurch spannende Möglichkeiten und Synergien." Die Fertigung sei in Spanien angesiedelt, hier sei es geplant, Synergien zur Produktion in Indien zu nutzen. (Kleine S. 27; 10.1. kleinezeitung.at)

Boschan und Scheuch für Verbesserungen für den Kapitalmarkt

„Wir wollen ja die Investierenden und nicht die Spekulierenden an der Börse. Genau das adressiert die Behaltefrist, sie privilegiert jene, die ruhig investieren und diese Investments aus bereits versteuertem Arbeitseinkommen tätigen“, erklärt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG. Es gehe ja auch um die dabei empfundene Doppelbesteuerung jener, die genau das machen, was sich der Staat wünscht. Nämlich fürs Alter vorzusorgen und den Vermögensaufbau auch privat in die Hand zu nehmen. Auch Heimo Scheuch, CEO der Wienerberger AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Börse, bezeichnet die Daseinsvorsorge als „großes Thema, das jährlich Milliarden kostet“. Der Staat sei aufgefordert, eine nachhaltige Finanzierung zu ermöglichen, um in die Zukunft zu investieren. „Wenn er nicht in Unternehmen investiert, die hier Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen, dann hat er kein Vertrauen in die eigene Wirtschaft.“ Österreich sei am Scheideweg, ob es ein altes oder ein modernes Land wird. Es gebe sehr viele, die am Alten festhalten. „Die gehen auch auf die Straße und artikulieren sich politisch. Aber es gibt auch Millionen Österreicher, die ein modernes, zukunftsorientiertes Land haben wollen. Und dabei benötigen wir auch die Daseinsvorsorge“, so Scheuch. (Presse S. 16-17)

Rondo Ganahl legte 2021 kräftig zu

65.000 Tonnen Altpapier sammelt die Firma Zimmermann Ganahl AG in Hall jährlich. Material, das im Vorarlberger Frastanz dringend gebraucht wird. Dort wird es in der unternehmenseigenen Papierfabrik des Unternehmens Rondo Ganahl wieder zu hochwertiger Wellpappe aufbereitet. Der Wellpappe-Kreislauf ist aber nicht die einzige Nachhaltigkeitsmaßnahme des Verpackungsspezialisten. „In den Werken St. Ruprecht und Albersdorf wird bald Strom auf dem Dach produziert“, informiert Ganahl-CEO Hubert Marte. Nach der Inbetriebnahme werden die Anlagen jährlich 1,9 Millionen Kilowattstunden saubere Energie liefern, 970 Tonnen CO2 sollen eingespart werden. Beim Vorarlberger Traditionsunternehmen boomt jedenfalls das Geschäft. Wegen der Nachhaltigkeit des Werkstoffs natürlich, aber auch weil der Bedarf im Online-Versandhandel stark steigt. „Wir haben bis zu 20 Prozent mehr Aufträge als im Jahr 2020“, so Marte. Im ersten Corona-Jahr erzielte die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 366 Mio. Euro, heuer werden es 440 Mio. Euro sein. Um die starke Nachfrage zu befriedigen, will man ein weiteres Werk im bayerischen Kreis Rosenheim errichten, der Baubeginn dafür soll Anfang 2023 erfolgen. (VN D1)

Vorarlbergs Infrastruktur sieht sich für Omikron gerüstet

Die Verantwortlichen für Vorarlbergs kritische Infrastruktur sehen sich gut auf die Omikron-Welle vorbereitet. Man habe schon vor Weihnachten entsprechende Überlegungen angestellt und entsprechende Maßnahmen getroffen, berichteten Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Christian Gantner nach einem Treffen mit Vertretern von Infrastruktureinrichtungen. Konkrete Einblicke in die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen gaben Christof Germann, Vorstand des Energieversorgers Illwerke/VKW, sowie Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher. Laut Germann sind 90 Prozent der Illwerke/VKW-Mitarbeiter geimpft. Um die Energieversorgung in Vorarlberg aufrechtzuerhalten, benötige man 350 einsatzfähige Mitarbeiter mit bestimmten Qualifikationen. Man habe auch ein Szenario durchgespielt, in dem ein Drittel der 350 Mitarbeiter ausfällt, so Germann. Zur Absicherung habe man nun die Mannschaften in Einheiten aufgeteilt, die untereinander keinen Kontakt haben. Auch wurde ein „Isolationsbetrieb“ – etwa 40 Mitarbeiter würden in dem Fall in bestimmten Einrichtungen leben – vorbereitet. (Krone/Vorarlberg S. 18, VN A4, NVT S. 19)

ÖBB: 287 Mio. Euro für Bahnausbau in Oberösterreich

Die ÖBB investieren heuer 287 Mio. Euro in den Ausbau der oberösterreichischen Bahninfrastruktur. Im Mittelpunkt stehen der viergleisige Ausbau der Weststrecke, Bahnhofs- und Tunnelumbauten sowie die Modernisierung des 878 Kilometer langen Streckennetzes in Oberösterreich. Laut ÖBB belaufen sich die Investitionen in die oberösterreichische Bahninfrastruktur bis 2027 auf 2,5 Mrd. Euro. (Volksblatt S. 19)

Karl Haider neuer CEO der Semperit AG

Die Semperit AG hat einen neuen CEO. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Aufsichtsrat am Montag Karl Haider zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. „Mit Karl Haider konnten wir eine hochqualifizierte Führungspersönlichkeit, die über umfassende Erfahrungen bei großen internationalen Industriekonzernen verfügt, für den Vorstandsvorsitz bei Semperit gewinnen“, so Herbert Ortner, Aufsichtsratsvorsitzender der Semperit AG Holding. Der promovierte Chemiker Haider wird seine neue Stelle bereits mit dem heutigen 11. Jänner antreten. Sein Mandat läuft bis 31. März 2025. (Alle TZ)