Energiepreise gefährden Burgenländische Industrieunternehmen – und damit Arbeitsplätze!

Industrie fordert dringend Maßnahmen gegen die extrem steigenden Energiekosten. Die Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand.

Die IV Burgenland ist in engem Kontakt mit Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die durch ein Versagen der Energiemärkte hervorgerufene Explosion der Preise bei praktisch allen Energieträgern bringt immer mehr Unternehmen in ernsthafte wirtschaftliche Probleme, die sich spätestens nach dem Jahreswechsel auch massiv auf dem Arbeitsmarkt auswirken werden, wenn nicht gegengesteuert wird.

„Egal welche Branche, egal wie hoch der Mitarbeiterstand, überall die gleiche Situation: Nicht selten 10-fach höhere Energiekosten, die viele Unternehmen regelrecht aus dem Markt katapultieren“, beschreibt Manfred Gerger, Präsident der IV Burgenland, die ernste Situation.


Foto: IV Burgenland


Sukzessive laufen alte „günstige“ Energielieferverträge aus, die Preiserhöhungen kommen in der Wirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungsketten an. Es sinkt die Nachfrage, weil auch die Haushalte immer mehr unter der Inflation leiden, im Export muss man am internationalen Parkett mit Unternehmen konkurrieren, für die es keine Energiepreiserhöhungen gibt. 

Austria Pet Food in Pöttelsdorf ist eines der Unternehmen, denen die Energiepreise große Sorgen macht: „Für uns als Tiernahrungshersteller, der alle Produkte ausschließlich durch Erhitzen haltbar macht, ist die Energie ein ganz wichtiger Produktionsfaktor. Die aktuellen Marktpreise stellen uns vor enorme Herausforderungen, weil sie für uns eine Erhöhung unserer Energiekosten um mehr als das Zehnfache bedeuten würden. Wir brauchen daher unbedingt Lösungsansätze, die uns helfen, hier wieder auf vernünftige Kostensätze zu kommen“, schildert Geschäftsführer Bernd Berghofer die brisante Situation. 

Und auch Christian Strasser, Geschäftsführer des Recyclingunternehmens PET 2 PET, sieht sich an der Grenze des wirtschaftlichen Tuns angekommen: „Das hohe Energiepreisniveau wird sich auf die gesamte Kreislaufwirtschaft negativ auswirken“.

 

Keine Sonntagsreden, sondern tun!

Konkret braucht es Unterstützung bei allen Energieträgern, ob Strom, Gas oder Öl, um die „Belastungslawine“ zumindest bremsen zu können. „Für politisches Taktieren und Sonntagsreden haben wir keine Zeit mehr. Die Entlastung für die Unternehmen muss endlich kommen – spürbar, unbürokratisch und vor allem rasch“, fordert Gerger die Regierung auf, endlich die dementsprechenden Entscheidungen zu treffen.

Es braucht rasche Entkoppelung des Gas- und Strompreises durch temporären Ausgleich beim Gaspreis (Extreme-Peak-Modell), eine Begrenzung des Strompreises (Strompreis-Cap) und liquiditätsstärkende Mittel. "Der heute ausgehandelte Energiekostenzuschuss bringt erste notwendige Linderung, ist aber nicht ausreichend und daher nur Symptombekämpfung", so Gerger.  

„Eine C02-Bepreisung in dieser angespannten Situation ist ein absolutes No-Go“. Bei diesen Energiepreisen wird automatisch alles eingespart, was geht“, erteilt der IV Präsident dem Ansinnen der Regierung auf weitere Belastungen eine klare Absage. 

 „Wir haben eine Reihe an Instrumenten zur Verfügung, welche die Preisexplosionen auch für Unternehmen in dieser Energiekrise abfedern können. Es wird Zeit, diese Möglichkeiten endlich in ausreichendem Maß zu nutzen, bevor es zu spät ist. Denn es geht nicht nur darum, kurzfristigen Schaden abzuwenden. Wenn Unternehmen Produktionen einmal stilllegen oder gar ganze Standorte, dann orientieren sie sich naturgemäß dorthin, wo Energie günstiger ist. Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist dahin, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wohlstand in Österreich gehen verloren – und kommen auch nicht mehr zurück. Es ist daher höchst an der Zeit, dass die Politik auf Bundesebene die laufenden Verhandlungen zu einem Ende bringt und vom Reden ins Tun kommt – alles andere käme einer mutwilligen und nachhaltigen Beschädigung des Wirtschaftsstandortes Österreich gleich“, so Manfred Gerger abschließend.