Betriebliche Lehre ist Priorität Nr.1!

„Obwohl die Situation am Arbeitsmarkt wegen der Covid-19-Krise ausgesprochen herausfordernd bleibt, ist die Bereitschaft der Industrie ungebrochen, junge Menschen auszubilden und ihnen ausgezeichnete berufliche Perspektiven zu bieten. „Unserer Lehrlinge sind die Fachkräfte der Zukunft. Allerdings ist es sehr schwierig, geeignete Lehrlinge zu finden“, fasst Manfred Gerger, Präsident der IV Burgenland, die Situation der Industrie und ihrer Lehrlingsausbildung zusammen.

Preinsperger, Sengstbratl und Gerger besuchen ein Bewerbungsgespräch eines Jugendlichen von "Jugend am Werk" bei der Firma Aptiv.

 

Laut einer aktuellen Umfrage der IV Burgenland suchen fast alle lehrlingsausbildenden Industriebetriebe des Burgenlandes nach engagierten und motivierten Bewerberinnen und Bewerbern. Besonders im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich ist die Lücke groß.

Bei „Jugend am Werk“ werden Jugendliche im metalltechnischen Bereich ausgebildet. „Wir begrüßen diese überbetriebliche Ausbildung für all jene Jugendlichen, die keine betriebliche Ausbildungsstelle finden. Allerdings steht die Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt an eindeutig erster Stelle“, so Manfred Gerger. „Deshalb haben wir diesen „Recruiting Day“ initiiert, um den jungen Menschen die Möglichkeit zur Bewerbung zu geben, in einem heimischen Industrieunternehmen eine ausgezeichnete Lehre zu absolvieren und den Karriereweg hier weiter zu gehen“, so der IV Burgenland Präsident.

Die IV Burgenland will die Zusammenarbeit mit den Überbetrieblichen Lehrwerkstätten auch in Zukunft forcieren, um die Vermittlung noch effizienter zu machen. „Der Facharbeitermangel in der Industrie ist nur mit gemeinsamer Kraftanstrengung zu bewältigen“, so Gerger.

Einblick in Berufsalltag

Für Herbert Preinsperger von Jugend am Werk ist neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung auch die aktive Vermittlung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Ausbildungsplätze in der Wirtschaft ein wesentlicher Schwerpunkt. „Wir begrüßen die Initiative „Recruiting Days“ der Industriellenvereinigung Burgenland und des AMS Burgenland, die den angehenden Fachkräften die Möglichkeit eröffnet, sich direkt bei den Unternehmen um Praktika zu bewerben, um so konkrete Einblicke in den Berufsalltag zu bekommen“, so Herbert Preinsperger.

Bei diesen Unternehmen konnten sich die Jugendlichen bewerben: Aptiv, Becom, Gerger Metalltechnik, Hella Fahrzeugteile Austria, Nikitscher, Peischl.

„Besondere Zeiten erfordern besondere Methoden“ sagt AMS-Landesgeschäftsführerin Mag.a Helene Sengstbratl in Hinblick auf den Recruiting Day bei Jugend am Werk.

Die Nachfrage nach Facharbeiterinnen und Facharbeitern ist trotz des hohen Anstiegs der Arbeitslosigkeit ungebrochen. Fachkräfte werden nicht nur im Rahmen der dualen Lehrausbildung in Unternehmen ausgebildet, sondern auch in Institutionen wie Jugend am Werk, wo Jugendliche z.B. auf die Lehrabschlussprüfung im Bereich Metalltechnik vorbereitet werden.

250 der 1.440 offenen Stellen, die im September 2020 beim AMS gemeldet waren, waren Metall- und Elektrostellen, neun davon dezidiert für den Bereich Metalltechnik.

460 Jugendliche machen eine überbetriebliche Lehrausbildung

„Das AMS Burgenland hat gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern bereits in Vor-Coronazeiten eine gut funktionierende Struktur an Ausbildungsmöglichkeiten aufgebaut, die jetzt in der Krise qualifizierungswilligen Jugendlichen zugutekommt,“ weist Helene Sengstbratl auf die Möglichkeit der überbetrieblichen Ausbildung hin. Im Burgenland werden mit Stand August 460 Jugendliche in ÜBA- und IBA-Lehrgängen in Lehrwerkstätten und Ausbildungsinstitutionen zu Fachkräften ausgebildet.

15 Millionen Euro für Aus- und Weiterbildung

Das und die Tatsache, dass das AMS Burgenland für die kommenden zwei Jahre zusätzlich zum Standardbudget 15 Millionen Euro für Aus- und Weiterbildung zur Verfügung haben wird, stimmt die AMS-Chefin trotz Krise vorsichtig optimistisch.

„Alleiniger Sinn und Zweck des 15 Millionen Euro-Budgets ist die Qualifizierung von AMS-Kundinnen und Kunden. Mit diesem Betrag lässt sich schon etwas bewegen,“ so Helene Sengstbratl. Denn investiert wird vorwiegend in Ausbildungen, die zum Lehrabschluss führen und in nachgefragte Qualifizierungen wie etwa den Pflegebereich.

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