Burgenländische Industrie steht zur Lehrlingsausbildung

Industrie hält an Lehrstellenplan von vor Corona fest. Mehr Technikbegeisterung durch mehr Berufsorientierung. Krise schlägt nicht voll auf Lehrstellenmarkt durch. AMS ist Troubleshooter am Lehrstellenmarkt.

AMS-Chefin Helene Sengstbratl, IV Burgenland Präsident Manfred Gerger

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt und herausfordernd. Trotzdem ist die Ausbildungsbereitschaft der Burgenländischen Industrie auch in Coronazeiten ungebrochen. Die Industrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst! Dies zeigt auch eine aktuelle IV-Umfrage.

Demnach gaben über 90 Prozent der befragten Industrieunternehmen an, ihre Lehrstellenpläne von vor Corona auch einhalten zu wollen. Allein 19 Lehrbetriebe wollen 2020 weit über 50 Lehrlinge aufnehmen. Wenn sich geeignete Bewerber melden! Gleichzeitig sind rund 35 dieser ausgeschriebenen Lehrstellen derzeit noch nicht besetzt.

Die Stellenausschreibungen der offenen Lehrstellen finden Sie hier: https://burgenland.iv.at/de/die-iv/jobborse/nachfrage

„Corona hat den MINT - Fachkräftemangel nicht zurückgedrängt. Trotz der steigenden Nachfrage und attraktiver Arbeitsplätze mit überdurchschnittlicher Bezahlung, entscheiden sich immer noch zu viele junge Menschen gegen eine Karriere in einem MINT-Bereich. „Dabei gewinnen MINT-Ausbildungen immer mehr an Bedeutung, weil nur mit innovativen Technologien Wachstum, Digitalisierung, Automatisierung oder Umweltschutz möglich sind. MINT-Berufe haben also vielfältige und spannende Aufgaben zu bieten“, wirbt IV Burgenland Präsident Manfred Gerger für technische Lehrberufe, in denen es trotz hoher Arbeitslosigkeit einen Mangel an Bewerber gibt.

„Der Schlüssel, ein Umdenken bei den Jugendlichen in Richtung technische Berufe zu erreichen, liegt in einem noch Mehr an Berufsorientierung und Information in den Schulen“, betont der IV Präsident die Notwendigkeit von mehr Praxiswissen bei den Schülern und der guten Kooperation von Schule und Wirtschaft.

Die Lehrstellenlücke wird größer

„Die Lehrstellenlücke wird größer, aber mit gemeinsamer Anstrengung werden wir die Krise meistern“, zeigt sich AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl über die Entwicklung am Lehrstellenmarkt zuversichtlich. Wenn alle offenen Lehrstellen mit passenden Bewerbern besetzt würden, dann fehlten im Burgenland heuer 105 betriebliche Lehrstellen. Im Vorjahr lag die Lehrstellenlücke bei 91.“Die Entwicklung am Arbeitsmarkt schlägt sich zum Glück nicht voll auf den Lehrstellenmarkt durch“, so Sengstbratl.

Im Juni 2020 waren 387 Jugendliche auf Lehrstellensuche, zwei Drittel der Lehrstellensuchenden beenden ihre Schule mit Anfang des Sommers, ein Drittel ist älter. Ihnen stehen 282 offene Lehrstellen gegenüber.

Das AMS ist mit der massivsten Arbeitsmarktkrise seit Jahrzehnten konfrontiert. Die Arbeitslosigkeit ist mit einem Plus von 47 Prozent im Vorjahresvergleich auf Höchstniveau.

Das AMS unterstützt am Lehrstellenmarkt – vor der Krise und in der Krise

Das AMS versteht sich als Troubleshooter am Lehrstellenmarkt. Mit seinen BerufsInfozentren und der Jugendberatung verfügt es über eine bewährte Struktur, um Jugendliche zu informieren, zu beraten und bei Bewerbungen zu unterstützen. Ist keine Vermittlung auf eine offene Lehrstelle möglich, organisiert das AMS für die Jugendlichen eine Lehre auf BAG-Ausbildungsplätzen in Lehrwerkstätten und Ausbildungsinstituten.

Im Herbst 2020 werden für Lehrstellensuchende 200 überbetriebliche Lehrausbildungsplätze geplant, sowie 100 Plätze für die integrative Lehrausbildung.

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