Internationale Leitbetriebe als Wohlstandsmotor

Die Hebelwirkung der burgenländischen Leitbetriebe ist enorm, sowohl was Arbeitsplätze, öffentliche Abgaben und Investitionen angeht.

Dr. Ingrid Puschautz-Meidl

Eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) hat die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von internationalen Leitbetrieben für Gesamtösterreich und für die Bundesländer erhoben. Österreichweit wurden 270 Leitbetriebe – nach Definition offizieller Leitbetrieb-Kriterien – einbezogen. Im Burgenland wurden 11 Leitbetriebe berücksichtigt.

Neben der direkten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Leitbetriebe wurden auch die vielen Klein- und Mittelunternehmen im Burgenland berücksichtigt, die indirekt als Vorleister, Auftraggeber oder Kooperationspartner eng mit den Leitbetrieben verbunden sind.

Die Zahlen und die Bedeutung sind für Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der IV Burgenland, beeindruckend: „Die gesamte Wirtschaft und Bevölkerung profitiert von unseren internationalen Leitbetrieben im Land. Das Burgenland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Punkto Arbeitsplätze, Kaufkraft und Wohlstand so positiv entwickelt, weil Leitbetriebe und ihre Mitarbeiter als Kernsubstanz einer Volkswirtschaft im Burgenland investiert und sich so erfolgreich auf den internationalen Märkten behauptet haben. Hinzu kommen die vielen KMUs mit ihren Mitarbeitern, die gemeinsam mit den Leitbetrieben wirtschaftliche Erfolgsgeschichten geschrieben haben. Für das Burgenland, wie für Österreich und darüber hinaus gilt: Groß braucht Klein und Klein braucht Groß – es geht nur gemeinsam.“

Beeindruckende gesamtwirtschaftliche Effekte der Burgenländischen Leitbetriebe

Werden die direkten, indirekten (Vorleistungen) und induzierten Effekte (Konsum- und Investitionseffekte) der 11 internationalen Leitbetriebe im Burgenland miteingerechnet, dann zeigt sich, dass österreichweit:

  • eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von 870 Millionen Euro (300 Millionen Euro direkt – 360 Millionen Euro indirekt – 210 Millionen Euro induziert) generiert wird.
  • damit über 13.138 Arbeitsplätze österreichweit in Verbindung stehen (direkt – 3.254, 6.600 – indirekt, 2.952- induziert).
  • steuerliche Effekte in der Höhe von 130 Millionen Euro bewirkt werden. Hinzukommen 130 Millionen Euro Sozialbeiträge, von denen die Arbeitnehmer 50 Millionen Euro und die Arbeitgeber 80 Millionen Euro an Sozialbeitragseffekten an den Fiskus abliefern.
  • 280 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst werden (90 Millionen Euro direkt in den Unternehmen. 130 Millionen Euro indirekt – 50 Millionen Euro induziert). Die 11 Leitbetriebe wendeten 24,25 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung auf. Das sind 27 Prozent der gesamten F&E Ausgaben im Burgenland.
  • Die Energieerzeugung, das Grundstücks- und Wohnungswesen, die Landwirtschaft und der Großhandel profitieren am meisten von den burgenländischen Leitbetrieben. Wobei die Landwirtschaft in keinem anderen Bundesland vergleichsweise so viel profitiert von den Leitbetrieben, wie im Burgenland.

Multiplikatoreffekte

· Die 11 internationalen Leitbetriebe Burgenlands weisen in der österreichischen Volkswirtschaft beachtliche Multiplikatorwirkung auf:

· ein Euro an Produktion der burgenländischen Leitbetriebe generiert gesamtwirtschaftlich 2,34 Euro an Produktion, ein Euro an Wertschöpfung generiert 2,88 Euro an Wertschöpfung und

· ein Beschäftigungsverhältnis in den internationalen Leitbetrieben Burgenlands bedingt in Öster­reich insgesamt 3,73 Arbeitsplätze.

Rahmenbedingungen, die zu weiteren Investitionen anregen

Ingrid Puschautz-Meidl: „Zusammenfassend zeigt sich, dass jeder 16. Euro an regionaler Wertschöpfung im Burgenland auf die internationalen Leitbetriebe rückrechenbar ist. Ein Arbeitsplatz in einem der 11 untersuchten Leitbetrieben bewirkt im Burgenland 1,47 weitere Arbeitsplätze, ein Euro an Produktion in den 11 Leitbetrieben generiert regional 1,36 Euro an Produktion.

Die Hebelwirkung der Leitbetriebe ist also enorm, sowohl was Arbeitsplätze, öffentliche Abgaben und Investitionen angeht. Daher wird es entscheidend sein, dass unsere Leitbetriebe auch in Zukunft Rahmenbedingungen im Burgenland vorfinden, die sie zu weiteren Investitionen motivieren. Dabei geht es insbesondere um räumliches Entwicklungspotential an den Standorten, Infrastruktur, gut qualifiziertes Personal und ein klares Commitment der öffentlichen Hand.

Details zur Studie: Die im Juni 2019 durchgeführte Studie „Internationale Leitbetriebe im Burgenland 2019“ wurde vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) mit Sitz in Wien anhand der Input-Output Analyse mit Daten von Statistik Austria erstellt. Als Kriterien für die Definition Internationaler Leitbetriebe wurden Steuerungskompetenz, Wertschöpfungsintensität, Marktanteil, Internationalität und Standortmobilität herangezogen.

 

 

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