Motor der Burgenländischen Industrie brummt leiser

Bei derzeit noch guter Geschäfts- und Auftragslage weisen die Erwartungen für das nächste Halbjahr deutlich nach unten. IV Burgenland für Fortsetzung des Reformkurses auf Bundesebene und gegen Budgetbelastungen in Form von Wahlzuckerln.

 

Konjunktur Burgenland 2. Quartal 2019

Die aktuelle Konjunkturumfrage des zweiten Quartals 2019 der IV Burgenland und der WK Sparte Industrie zeigt bei der burgenländischen Industrie, trotz wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, insgesamt eine leicht abgeschwächte aber weiterhin positive Einschätzung der Konjunktur. Allerdings bestätigt sich, dass der Konjunkturhöchststand überschritten ist.

 

Die aktuelle Geschäftslage bei den burgenländischen Unternehmen befindet sich gegenüber den vorigen Quartalen aktuell auf einem leicht reduzierten aber weiterhin guten Niveau.

Während die aktuellen Auftragsbestände auf fast gleichem Niveau wie im vergangenen Quartal liegen, gehen die Unternehmen in den nächsten sechs Monaten von einer weiteren leichten Abschwächung der Konjunktur aus. Bereits 30 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage in sechs Monaten.

„Umso wichtiger sind daher für den Industrie- und Arbeitsstandort Burgenland positive Impulse durch eine zukünftige Regierung nach den Wahlen auf Bundes- und Landesebene“, fordert Ingrid Puschautz-Meidl, IV Geschäftsführerin, rasche wirtschaftspolitische Maßnahmen, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen.

 

Gegen den allgemeinen Trend erfreulich zeigt sich die aktuelle Situation bei den Auslandsaufträgen. Trotz globaler Unsicherheiten aufgrund von Handelskonflikten und einem drohenden Brexit halten sich die Auslandsaufträge der burgenländischen Unternehmen auf einem hohen Niveau.

 

Ein beständiges Bild zeigt sich beim Mitarbeiterstand in der burgenländischen Industrie. Die gut ausgebildeten Fachkräfte sollen trotz leichter Abkühlung der Konjunktur auch in den nächsten Monaten gehalten werden. Der Fachkräftemangel ist jedoch nach wie vor eine große Herausforderung für die Industrie.

 

Die Industrie bleibt einer der wichtigsten Konjunkturmotoren im Burgenland. Aufgrund der für die Zukunft etwas verhalteneren Aussichten würde ein standortpolitischer Impuls in dieser sensiblen konjunkturellen Phase die wirtschaftliche Entwicklung deutlich unterstützen. Auf Bundesebene war die von der vorherigen Bundesregierung vorgelegte Steuerreform ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. „Diesen Reformkurs muss auch eine neue Regierung weiterführen und so rasch als möglich Menschen und Unternehmen spürbar entlasten. Ein absolutes No-Go sind standortbelastende „Wahlzuckerl“ im Nationalrat vor der Wahl und eine lange regierungslose Zeit“, so Puschautz-Meidl.

 

 

Die Konjunkturumfrage des zweiten Quartals 2019 im Detail:

 

Die Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage zeigt sich etwas zurückhaltender als im Vorquartal. 54 Prozent (76) der Industriebetriebe bewerten sie immer noch als steigend, 45 Prozent (24) der Betriebe sehen sie als konstant und niemand der Befragten (1) als fallend.

 

Beim derzeitigen Auftragsbestand zeigt sich ein konstantes Bild. 74 Prozent (76) der befragten Unternehmen sehen positive Auftragsbestände. Als durchschnittlich wird dieser von 24 Prozent (24) eingeschätzt und zwei Prozent der Unternehmen (0) beurteilen den derzeitigen Auftragsbestand als schlecht.

 

Die derzeitigen Auslandsaufträge werden sehr positiv eingeschätzt. 61 Prozent (48) beurteilen sie als gut, 37 Prozent (51) der Betriebe bewerten sie als durchschnittlich und 2 Prozent (1) der Befragten als schlecht.

 

So positiv wie schon lange nicht, ist die Einschätzung der Verkaufspreise in drei Monaten. 26 Prozent (3) der befragten Betriebe geht davon aus, dass die Verkaufspreise in 3 Monaten steigen werden. 72 Prozent (91) der befragten Unternehmen erwarten stabile Preise und 2 Prozent (6) erwarten fallende Verkaufspreise.

 

Praktisch unverändert wird der Beschäftigtenstand in 3 Monaten beurteilt. Ein Prozent (3) rechnet mit einem steigenden Beschäftigtenstand. Als durchschnittlich wird er von 96 Prozent (93) der befragten Unternehmen bewertet und drei Prozent (4) der Betriebe erwarten einen schlechten Beschäftigtenstand in drei Monaten.

 

Vorsichtiger wird die Entwicklung der Geschäftslage in sechs Monaten beurteilt. 17 Prozent (21) der befragten Unternehmen bewerten sie als gut. 53 Prozent (64) bezeichnen sie als durchschnittlich und leider 30 Prozent (15) erwarten eine schlechtere Geschäftslage in sechs Monaten.

 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 1. Quartals 2019.

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