Österreich kämpft auf Bundesebene mit einem steigenden Budgetdefizit: Der Staat gibt mehr aus, als er einnimmt. Gleichzeitig hat Österreich mit 43,4 Prozent des BIP die dritthöchste Abgabenquote aller OECD-Staaten. Wie auf Bundesebene ist auch das burgenländische Landesbudget unter Druck. Im Rahmen eines Austauschs bot René Wenk, Direktor des Burgenländischen Landes-Rechnungshofs (BLRH), einen Einblick in den jüngsten Prüfbericht dazu.
Der weisungsfreie und alleine dem Landtag verantwortliche Burgenländische Landes-Rechnungshof (BLRH) hat in seinem Bericht von Ende Oktober 2025 die Finanzschulden des „Konzerns Burgenland“ zum 31.12.2024 geprüft. Um die Zahlen und Fakten des Prüfungsberichts aus erster Hand kennenzulernen, lud die IV-Burgenland den Direktor des BLRH, René Wenk, im Rahmen des „Industrieforums Süd“ zu einem Austausch nach Jennersdorf, an den Firmensitz der Vossen GmbH & Co KG, ein.
Wenk brachte den Teilnehmenden die Arbeit des Landes-Rechnungshofs, die Details zur Prüfung und deren Ergebnisse näher. So bezifferte der BLRH die Finanzschulden
des „Konzerns Burgenland“ (das Land Burgenland und seine Landesunternehmen) zum 31.12.2024 mit rund 2,18 Mrd. Euro. Im Vergleich zu 2021 war dies ein Anstieg um 383 Mio. Euro bzw. um mehr als 21 Prozent. Davon waren 627 Mio. Euro (etwa 30 Prozent) im Landeshaushalt abgebildet.
Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, Fragen zum Prüfbericht zu stellen und ihr Verständnis zu vertiefen.
Einblicke in Traditionsunternehmen
Vor Ort erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem einen Einblick in den traditionsreichen Frottierwarenhersteller Vossen GmbH & Co. KG, der 2025 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte. Als kleine Weberei im deutschen Gütersloh gegründet, entwickelte sich das Unternehmen zum international erfolgreichen Marktführer im Bereich der Frottierwaren mit Sitz im südburgenländischen Jennersdorf. Mittlerweile werden hier etwa 25.000 Meter Stoff in der Woche hergestellt, mit einem Exportanteil von 65 Prozent in 45 Länder der Welt.


