Künstliche Intelligenz ist vielerorts nicht mehr wegzudenken und durchdringt mittlerweile zahlreiche Prozesse in beruflichen und privaten Kontexten. Auch wenn den Möglichkeiten noch lange kein Ende gesetzt ist: Gerade in der Industrie kommt KI immer stärker zum Einsatz. Ein Rundruf unter IV-Burgenland-Mitgliedsunternehmen zeigt nicht nur das breite Anwendungsspektrum, sondern macht vor allem deutlich: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ist ein veritabler Standortfaktor, der Effizienz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit weiter vorantreiben kann.
So testet derzeit eine hausinterne Arbeitsgruppe bei der Unger Steel Group in Oberwart verschiedene Modelle wie einen Mail Assistant oder einen File-Bot. Letzterer kann auf Basis hochgeladener PDFs Fragen beantworten, Inhalte zusammenfassen und Vergleiche anstellen. „Datenschutz ist uns sehr wichtig. Deshalb arbeiten wir mit ‚On-premise‘-Modellen“, betont Geschäftsführer Matthias Unger die Nutzung lokaler IT-Infrastruktur. Die Arbeitsgruppe arbeitet mit externen Partnern an der Umsetzung von Chatbots, die beispielsweise Daten aus Plänen extrahieren und über Chats zur Verfügung stellen können. Unger: „Ziel ist es, das ‚Datengold‘, das wir in den letzten Jahrzehnten bei Tausenden Projekten gesammelt haben, zu konservieren und zu multiplizieren.“
Unternehmenseigene Chatbots laufen aktuell auch bei O.K. Energie Haus in Großpetersdorf in einer kontrollierten Pilotphase: „Zum Portfolio gehören ein unternehmensweiter ‚O.K. Haus Bot‘, ein ‚ISO Prozess Bot‘, ein Mail Assistant sowie spezialisierte Bots für Holzbau, Normen und Projektvorbereitung“, erläutert Geschäftsführer Michael Oberfeichtner. Auch diese Anwendungen werden des Datenschutzes wegen vollständig lokal in einem abgeschotteten Netzwerk und ohne externe Cloud-Anbieter betrieben. „Der Nutzen ist klar: Für das Unternehmen steigen die Prozesssicherheit und die Geschwindigkeit, für Mitarbeitende sinkt der Such- und Abstimmungsaufwand, und für unsere Kundinnen und Kunden steigt die Qualität, weil Informationen strukturierter und verlässlicher verfügbar sind“, so Oberfeichtner. Mittlerweile seit zwei Jahren aktiv ist ein „O.K. Haus Bot“, der Marketing und Geschäftsleitung bei Fragen zu Leistungen, Prozessen, Technik und internen Standards unterstützt. Fragen zu Hausbau, Bauweise, Technik und Abläufen beantwortet der DSGVO-konforme Web-Chatbot „O.K. Berater“ auf www.ok-haus.at auf Basis eigens aufbereiteter Dokumente – und entlastet damit das Büro.
Mensch und Maschine: Zusammen für mehr Effizienz
Eine effiziente Zusammenarbeit von Mensch und KI bestimmt auch bei rmDATA in Pinkafeld den Arbeitsalltag: Im Marketing unterstützt sie bei der Erstellung von Videos sowie bei der schnellen Produktion von Text- und Content-Formaten. Im Vertrieb hilft KI vor allem bei Recherchen sowie bei der effizienten Aufbereitung von Präsentationen. In der Softwareentwicklung wiederum wird KI zur Unterstützung beim Schreiben von Source-Code genutzt und beschleunigt dadurch Entwicklungsprozesse. Zudem entwickelt rmDATA eigene KI-gestützte Assistenten, die gezielt interne Abläufe und Kundenszenarien unterstützen. Dabei kommt gerade dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine große Bedeutung zu: „Wir verfolgen den Ansatz ‚Von KI erstellt, vom Menschen geprüft“, sagt Geschäftsführer Jürgen Beiglböck. „KI dient bei rmDATA aktuell als Assistent, der unsere Arbeitsabläufe verbessert und beschleunigt, während die Verantwortung und Qualitätssicherung weiterhin bei unseren Mitarbeitenden liegt.“
Auch bei der PET to PET Recycling Österreich GmbH in Müllendorf spielt die Implementierung von KI eine wichtige Rolle: „Wir beschäftigen uns bereits seit einiger
Zeit mit dem Thema KI und haben auf Basis von Use Cases fünf Anwendungsfelder
im Unternehmen ausgearbeitet“, erklärt Geschäftsführer Christian Strasser. „Derzeit sind wir bei der Umsetzung der ersten Anwendung im Bereich der Qualitätsdaten und deren Interpretation. Wir erwarten jedenfalls in allen Anwendungsfällen messbare Effizienzsteigerungen.“ Die burgenländische Niederlassung der Siemens AG nutzt KI-Lösungen etwa im Bereich der Gebäudetechnik, um diese CO2-neutraler und smarter zu machen. „Unsere ‚Building X‘-Plattform erstellt dabei einen digitalen Zwilling, arbeitet aber auch bei Energieoptimierungen laufend mit Echtzeitdaten. Das System lernt dabei KI-gestützt laufend dazu und optimiert somit die Prozesse“, beschreibt Geschäftsführer Martin Geiger die Abläufe. Dabei erstellen die unternehmenseigenen Entwicklungsabteilungen laufend Tools, welche von Siemens selbst, aber auch mit Partnern entwickelt werden. „Wir bedienen uns dabei unter anderem der ‚Siemens Xcelerator‘-Plattform. Das ist eine offene digitale Geschäftsplattform von Siemens, die Unternehmen in Industrie, Infrastruktur, Transport und Gesundheitswesen bei der digitalen Transformation unterstützt“, ergänzt Geiger.

