Das Präsidium der Industriellenvereinigung (IV) Burgenland zur Ankündigung des Faserherstellers Lenzing AG, am Standort Heiligenkreuz im Südburgenland die Produktion mit Ende 2026 auslaufen zu lassen.
„Die Entscheidung ist ein herber Schlag für das Südburgenland und natürlich für die Beschäftigten vor Ort“, sagt Christian Strasser, Präsident der IV Burgenland, und verweist auf frühere Entscheidungen von Unternehmen, Arbeitsplätze zu verlagern: „Innerhalb weniger Monate hat die Region mehrere hundert Arbeitsplätze verloren. Das ist ein deutliches Alarmsignal: Die Rahmenbedingungen erschweren das Wirtschaften am heimischen Standort immer mehr, was dafür sorgt, dass wir im internationalen Wettbewerb immer weiter zurückfallen. Es sind die Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, ob ein Unternehmen langfristig am Standort bleibt oder nicht.“
Man hoffe nun auf einen Investor, der die Vorzüge des Standorts erkennt: Infrastruktur, Know-how, eine bestens ausgebildete Belegschaft und eine gute Anbindung. Die kurzfristige Unterstützung des Landes als gemeinsame Lösung im Sinne der Mitarbeitenden und des Standorts Heiligenkreuz sei zu begrüßen, sagt Matthias Unger, Vizepräsident der IV Burgenland. „Ziel muss es allerdings sein, einen zukunftsträchtigen Neustart unter privater Führung zu sichern. Es braucht dafür einen gestärkten Industriestandort, sonst geraten weitere Unternehmen im Burgenland zunehmend unter Druck.“
IV Burgenland-Vizepräsidentin Christina Glocknitzer unterstreicht: „Im internationalen Vergleich hohe Energiekosten, hohe Lohnnebenkosten und Bürokratie erschweren industrielle Produktion in Österreich zunehmend. Wir sehen strukturelle Probleme, die dringend angegangen werden müssen. Als Interessenvertretung der Industrie stehen wir hierfür stets zur Verfügung. Es braucht jetzt konkrete Maßnahmen zur Standortattraktivierung, damit Österreich und das Burgenland als Industriestandort auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben können.“

