Was braucht es heute, um morgen Erfolg zu haben? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung von Volkswirtschaftlicher Gesellschaft, Wirtschaftsforum der Führungskräfte, WIFI und Industriellenvereinigung Burgenland.
In einer Welt, in der Wissen jederzeit verfügbar ist und Künstliche Intelligenz in Sekunden Antworten liefert, verschiebt sich der Maßstab für Erfolg grundlegend. Was Menschen und Unternehmen in Zukunft erfolgreich macht, darüber sprach Andreas Salcher, seines Zeichens Unternehmensberater, Sachbuchautor und Vordenker in Bildungsfragen. In seiner Keynote zeigte er, warum klassische Kompetenzmodelle an ihre Grenzen stoßen und welche Fähigkeiten tatsächlich „zukunftsfähig“ machen. Klar ist: Es ist nicht das klassische Faktenwissen. Stattdessen stehen Urteilskraft, Lernfähigkeit und Orientierung ganz hoch im Kurs. „Zukunft wird nicht programmiert – sie wird entschieden“, drückte es Salcher aus.
Was braucht es also für eine erfolgreiche Zukunft – egal ob in Bildung oder Wirtschaft? Zum einen wäre das eine gute Fehlerkultur, zum anderen das Prinzip des „voneinander Lernens“. Dabei muss dem Lernen stets ein „Sinn“ innewohnen. Und bei all dem ist eine Eigenschaft entscheidend: das Grundvertrauen in die eigene Zukunft.
Wie kann das Bildungssystem der Zukunft aussehen?
Über die Zukunft von Bildungssystem und Wirtschaft sprachen im Anschluss Expertinnen und Experten unterschiedlicher Bereiche: Sabine Weisz, Rektorin der Pädagogischen Hochschule (PH) Burgenland, Bildungsdirektor Alfred Lehner, Bettina Schauer-Frank, Rektorin der Hochschule Burgenland, Andreas Salcher, Viktor Fleischer, Bildungsexperte der Industriellenvereinigung, und Carina Lehner, Vertriebsleiterin bei Lehner electronics GmbH und Bezirksvorsitzende der Jungen Wirtschaft. Durch die Diskussion und den restlichen Abend führte Markus Stefanitsch, Chefredakteur, Geschäftsführer und Herausgeber der BVZ.
Die Grundeinstellung unter den Panelgästen war rasch klar: Lebenslanges Lernen ist nicht nur essenziell für die persönliche Zukunft, es gäbe auch einige Hebel, um das Bildungssystem zukunftsfähiger zu gestalten. So sprach Bildungsdirektor Lehner die Möglichkeit von Ganztagsschulen an, in denen am Nachmittag Synergien mit Vereinen oder Unternehmen geschaffen werden können, um den Schülerinnen und Schülern über Faktenwissen hinausgehende Fähigkeiten zu vermitteln. Auf die Bedeutung der Berufsbildung und -orientierung wies auch Viktor Fleischer von der Industriellenvereinigung hin. Jugendliche müssten über ihre Stärken Bescheid wissen und in ihren Bildungsentscheidungen begleitet werden, so Fleischer.
Sabine Weisz, Rektorin der PH, sprach darüber, was Lehrkräfte heute mehr können müssten als noch vor einigen Jahren: So seien nicht nur digitale Kompetenzen gefragter denn je, auch die Diversität unter den Kindern habe zugenommen. „Systemisches Denken ist heute viel wichtiger als früher“, so Weisz. Über Künstliche Intelligenz (KI) in der Hochschullehre sprach indes Bettina Schauer-Frank, Rektorin der Hochschule Burgenland. KI werde sowohl von Lehrenden als auch von Studierenden genutzt. Es komme nun darauf an, die Aufgabenstellungen an dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und KI anzupassen. Darüber hinaus hätte sich Schauer-Frank auch ein „Berufsjahr“ zwischen dem Abschluss der AHS und dem Einstieg ins Studium gewünscht. In dieselbe Kerbe schlug auch Jungunternehmerin Carina Lehner, die sich mehr praktisches unternehmerisches Wissen an der Schule gewünscht hätte. Bezüglich des Lernens war auch für sie klar: „Schon Oma hat immer gesagt: ‚Man lernt nie aus‘.“


